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eZine von Redaktion Sport-Gesundheit
Sport, Gesundheit, Wellness - Können sich Bedürftige eine gesunde Lebensweise leisten?
Nein, ist die Meinung von Jaap C. Seidel, Professor für Ernährung und Gesundheit. Denn Haushalte mit geringen Einkommen kauften vermehrt billige, abgepackte und fettige Lebensmittel. Die schlechte Nahrungswahl hängt vorrangig mit den Preisen verschiedener Nahrungsmittel zusammen. Gesunde Nahrungsmittel wie Obst oder Gemüse, Vollkornmüslis sowie fettarmem Fleisch und Fisch als ungesunde, die voll mit Zusatzölen, -fetten, -zucker und -salz sind. Allerdings haben letztere den niedrigeren Nährwert. So gesehen kann billig schnell wieder teuer werden, bedenkt man die Gesundheitsfolgen oder das Hungergefühl.
Angesichts steigender Nahrungsmittelpreise ist deshalb auch zu befürchten, dass dadurch der Trend zu billigen Nahrungsmittel mit schlechten Nährwerten steigt. Sich gesund ernähren wird sich wahrscheinlich nur mehr jemand können, der über ausreichend Einkommen verfügt. Zynisch gesprochen: eine Art ökonomischer Darwinismus wird dafür sorgen, dass Armut “ausstirbt” bzw. das Sozialsystem ruiniert wird.
Schlimm dabei ist auch noch die Tatsache, dass die ungesunden Produkte verkauft werden, teilweise weil viele der abgepackten, zusätzlich gesalzenen und fettigen Lebensmittel von den EU-AgrarministerInnen und anderen, sowie von den Unternehmen, die Geld mit verarbeiteten Lebensmitteln verdienen, stark subventioniert würden. Aufgrund der Begleitkosten, die durch Transport und Aufbewahrung entstehen, ist es nämlich sehr schwierig, mit frischen Lebensmitteln Geld zu verdienen. Paradox, aber wahr: Die Mästung der armen Bevölkerung in Europa wird auch noch subventioniert betrieben anstatt die Steuern auf ungesunde Lebensmittel zu erhöhen, um sie teurer zu machen, oder die Kosten für gesunde Lebensmittel, z.B. durch Subventionen für Obst und Gemüse, zu senken. Prost – Mahlzeit! Fett geht die Welt zugrunde!
am 08.03.2008 19:47




