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eZine von Redaktion Sport-Gesundheit
Sport, Gesundheit, Wellness - Wer kennt Bernhard Kohl und was hat das mit der Tour de France zu tun?
Bildquelle: www.bernhardkohl.at - der Radprofil Bernhard Kohl bei einem Anstieg
Den Meisten, die in Österreich Sportarten betreiben, die nicht zu den Populär-Sportarten gehören, wissen, dass ihre Randsportart kaum eine Bedeutung (Sendezeit, etc.) in den Medien bekommt. Allen voran gilt das für das öffentlich-rechtliche Fernsehen – ORF – mit seiner undurchsichtigen und bildungsfeindlichen Politik (für den ORF ist Sport fast ausschließlich Fußball, Skifahren, Tennis oder Formel 1, weil das vermeidlich die besten Einschaltquoten bringt) aber auch für den Großteil der weiteren mehr oder weniger populistischen Menge an österreichischen Medien1, die dem ORF blind folgen, weil Sie sich damit noch die besten Abfallprodukte vom Mainstream erwarten.
Insofern ist es kaum verwunderlich, dass sich der österreichische Radrennprofi Bernhard Kohl etwas einsam bei der Tour de France – Radfahren gilt in Österreich als Randsportart – vorkommt, als er weit und breit keine österreichischen JournalistInnen um sich herum bemerkt.
Zudem die VeranstalterInnen der Österreich-Randrundfahrt es für „optimal“ finden, wenn sie die Österreich-Radrundfahrt parallel zur Tour de France abhalten. Zumindest ist ihnen dann die Teilnehmen alle jener Radprofis sicher, die zu schlecht sind für die Tour de France.
Somit ist auch gesagt, dass sehr wahrscheinlich jeder, der an der Tour de France teilnimmt, besser ist, als der Sieger der Österreich Radrundfahrt.
Wozu also über einen Österreicher berichten, wir meinen damit den Hr. Kohl, der sich mit jungen Jahren an die Spitze des Gerolsteiner-Teams gefahren hat und nach der 10. Etappen bei der Tour de France, dem bekanntlich bedeutendsten und schwierigsten Radrennen der Welt, den besten Platz im Gesamtklassement einnimmt, den je ein Österreich erreicht hat2 und von der Presse zum engen Kreis der möglichen Tour-Sieger gezählt wird.
Als ein gewisser Hr. Georg Totschnig vor einigen Jahren als erster Österreicher einen Etappen-Sieg bei der Tour de France erreicht hat, waren die österreichischen Medien noch frühzeitig vorgewarnt worden und konnte rechzeitig die Peinlichkeit vermeiden, vollkommen abwesend zu sein.
Viel hat sich jedoch seit dem nicht geändert an der Einstellung der Verantwortlichen für Vielfalt und Ausgewogenheit in der Sport-Berichterstattung.
Gewiss mag die Tour de France in zweifelhalftes Licht gerückt sein, ob der unzähligen Doping-Vergehen der Fahrer. Dennoch scheint der sportliche Wert eines erfolgreichen Radprofis unvergleichbar höher einzuschätzen, denn z.B. jener eher zweifelhaft eines Formel 1 Piloten.
Glücklicherweise haben sich ARD und ZDF trotz – oder vielleicht auch gerade wegen – wesentlich mehr privatrechtlicher Konkurrenz im eigenen Land auf Qualitätsjournalismus wieder besinnt und Weltraumtechnologie sorgt für müheloses – zumindest virtuelles – überschreiten derartiger geistiger, österreichischer Grenzen.
1 Die meisten davon erhalten im Übrigen bemerkenswerte Zuschüsse aus den Steuergeldern im Form von Presseförderung (vgl. dazu auch den Beitrag Presseförderung nur für Printmedien in Österreich möglich).
2 Nach dem heutigen 4. Platz bei der 10. Etappe mit Bergankunft in Hautacam liegt Hr. Kohl im Gesamtklassement ebenso auf den 4. Platz mit nur 46 Sekunden Rückstand auf den Führenden Cadel Evans.
am 14.07.2008 18:54




