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(4 Beiträge online)
eZine von Karl Baumann

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eZine von Karl Baumann
Werbung: Menschen-Werbung
Bildquelle: Karl Baumann 2007 - Anzeigentafel für Menschen - Screenshot www.websingles.at, 26.07.2007
- A: Woran erinnert das? An eine Waren-Auslage, die Aufstellung von Prostituierten in einem Freudenhaus oder den antiken Markt für Sklaven?
- B: Wahrscheinlich trifft alles irgendwie zu.
- A: Sollte uns das nachdenklich stimmen?
- B: Naja, die Medien bringen es mit sich, dass sich jede und jeder Veröffentlichen kann. Die Art der Medien, als die Reizüberflutung einzig durch noch gesteigerte Reize zumeist trivial versucht wird aufzulösen, bringt quasi automatisch oder systemimmanent mit sich, dass sich alles und jeder vermarktet.
- A: Wo kommt dabei Sinnlichkeit und Ästhetik vor?
- B: Hm, eigentlich nirgends. Es geht ja einzig um das übertreffen von Erwartungen durch die Erfüllung von dem, was erwartet wird. Eine Frau muss z.B. willig, geil und mit festen Brüsten sein. Dass Sie vielleicht auch Regelschmerzen, Depressionen, Ängste etc. hat, ist lästig und passt nicht ins Bild.
- A: Wird also als Fehler, Produkt- oder Service-Mangel verstanden.
- B: Naja, so würde ich das vielleicht nicht sagen, es stört halt einfach das Bild und das ist momentan nicht verkaufsfördernd.
- A: So Du nicht liebst, so siehst Du den Menschen als Objekt. Die Frau ausschließlich als Objekt der Begierde, weil Dir alles andere sinnlos erscheint. So ist die Konzentration und die Energie kanalisiert auf alle möglichen Perversionen, die das Menschliche sich vorstellen kann. Die Internet Generation ist dabei davon unmittelbar überhäuft von derartigen Ver-lockungen. Kontaktanzeigen machen den Menschen zu einem Angebot, dass sich möglichst attraktiv darstellt, ein Angebot, wie sonst eine Ware, die in all den Auslagen der Geschäfte zu sehen ist. Da bleibt der Blick in die Augen eines Menschen, als er soviel wie ein Blick in die Seele – wie es so schön heißt – auch ist, wohl auf der Strecke.
- B: Ja, das wird wohl so sein, aber es bringt eben Aufmerksamkeit den Beteiligten und Geld für die Betreiber. Andy Warhol hat’s schon vor Jahrzehnten erkannt.




