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08.09.2008
Kapitäne, Datenmeer und Inte...
Wirtschaft, Kreativität, Geld (55 Beiträge online)
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Wirtschaft, Kreativität, Geld - Kapitäne, Datenmeer und Internet und wie BloggerInnen die Print-Medien retten können

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Wirtschaft, Kreativität, Geld - Kapitäne, Datenmeer und Internet und wie BloggerInnen die Print-Medien retten können - startblatt - Print is dead
Bildquelle: startblatt - Print is dead

Fernsehen wird immer blöder, Zeitungen bringen alle nur mehr den gleichen Nachrichten- agentur – schmus und wir begeben uns ins Internet, um die Information zu finden, die wir so sehr in Print und TV vermissen bzw. um sie schneller und hintergründiger zu finden, als es uns offline serviert wird. Denn der virtuelle Raum hat uns vor allem einen Marktplatz der Meinungen und Ideen, Anschauungen und Standpunkte geschenkt, den wir nicht mehr missen möchten. Ja, das Internet ist ein Geschenk. Es hat uns auf schönste Art und Weise eine nie geahnte Freiheit gegeben, nämlich durch soziale Begegnung, durch Partizipation, durch Pluralität, durch Dezentralisierung. Durch Geben und Nehmen entstand ein öffentlicher Raum, der wuchs je mehr wir alle gaben und nahmen. Plötzlich hatten wir für ein paar Geldeinheiten im Monat Zugang zu allen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten dieser Welt. Vielen Dank Tim Burners-Lee und Co.! Der nächste Friedensnobelpreis sollte an dich und deine KollegInnen für die Erhaltung der sozialen Vielfalt, der Gedanken-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit gehen.

An welchem anderen Ort als an diesem gibt es sonst alle Menschenrechte für alle. Wo entfaltet sich die menschliche Kreativität besser als hier? Wo reibt und entladet sich der menschliche Intellekt mehr als hier? Wo kann frau einfach sein, was sie ist oder sein, was sie möchte. Mit anderen Worten: die wunderbare Welt des Internets ist verführerischer als die Alltagswelt, weil frau durch sie die schnöden örtlichen, zeitlichen, rechtlichen und sozialen Barrieren auf bequeme Art und Weise abstreifen kann und einfach so durch die Welt vagabundieren kann. Fühlen wir uns offline einsam, dann bietet uns das Internet Gesellschaft. Gehen wir in der Masse unter, so verleiht es uns eine Identität. Sind wir gelangweilt, so unterhält es uns. Sind wir ratlos, so vermittelt es uns Wissen. Alles ganz ohne Risiko und auch anonym. Wenig verwunderlich also, dass das Internet zu einem ständigen Begleiter des menschlichen Lebens geworden ist. Es ist verlässlich da, wenn frau es braucht und engt einen nicht ein, wenn frau es nicht braucht. Gibt es einen besseren Freund, eine schönere persönliche Beziehung? Vielfach nicht mehr, weshalb Internet nicht einfach nur Konsum oder Kommerz ist, sondern vielmehr schon ein Symbol, bei dem Bilder wie Reise und unendliche Weiten, Datenhighways etc. assoziiert werden. Mittels unserer PCs und Navigationssysteme, wie Suchmaschinen steuern wir unseren Kurs durch diese unsichtbaren Weiten.

Wir bestimmen das Ziel und das Internet, das eigentlich nichts weiter als ein Datenmeer ist, trägt uns.

Und wir fühlen uns als würden wir über das gesamte Datenmeer verfügen, als wären wir Kapitäne auf einem Ozean oder Astronauten in einem Raumschiff oder Vagabunden der Straße. Rings um uns, unter, über uns befinden sich nur Daten. In ihren Verwandlungen bieten sie jedoch mehr Abwechslung als alles andere, mit denen es der Mensch sonst zu tun hätte. Und genau das ist das Faszinosum des Internets. Weil das Leben online sich von der Gleichförmigkeit und Sicherheit offline unterscheidet, was die Masse im Internet in gewisser Hinsicht wiederum zu einer stabilen Einheit macht, was selbst bei immer stärkerer Regulierung und Auflagen zu Inhalten nicht erschütterbar ist. Schließlich ist das Internet seit seinen Anfängen und trotz aller Kommerzialisierung ein Ort der Reflexion und Auseinandersetzung. Ein Ort der Kommunikation. Eine Fokussierung auf die rein kommerzielle Funktion des Internets verstellt die Sicht auf den eigentlichen Spirit, den diesen Ort zusammenhält.

Denn, wenn gewisse Inhalte nicht mehr gezeigt werden dürfen/können/sollen, dann werden an ihre Stelle andere Inhalte treten und angesteuert werden. Die Einführung von Regeln für die Verbreitung und Nutzung von Content, wie es die EU zugunsten der Verlagswirtschaft plant, wird vor dem Hintergrund des Gesagten sicherlich nicht zu der gewünschten wirtschaftlichen Absicherung der Branche beitragen, was der Versuch vieler Verlagshäuser Content kostenpflichtig anzubieten, bereits gezeigt hat. Denn welche Inhalte bekomme ich dort, die ich anderswo nicht auch bekomme? Gut, bitte schön Nachrichten zum Beispiel. Aber die bereits über das Internet angebotenen Nachrichten sind, und das wird gerade durch das News-Service von google sehr schnell klar, immer nur Variationen auf das bereits durch Nachrichtenagenturen Angebotene. Da könnte frau schon manchmal den Gedanken haben, dass es eigentlich reichen würde, die Agenturangebote zu abonnieren. Dann wären da noch die Zeitschriften, die ja inhaltlich tiefer gehen als die Zeitungen. Aber die meisten Zeitschriften sind Lifestyle-Magazine, wo es wohl offline mehr um Werbung denn um Inhalte geht und wo sicherlich auch genug Geld da ist, um die spärlichen und immer wiederkehrenden Inhalte über Fitness/Wellness, Schönheit, Mode und Wohnen, Autos online mitzufinanzieren. Und wenn nicht, gibt es tausende Contentangebote im Internet, die genau das, was sie offline gelesen haben, reflektieren und auf meist bessere, weil kreativere oder ungewöhnlichere Weise wiederaufbereiten. Denen wird frau wohl nicht das Lesen verbieten können. Oder müssen wir in Zukunft mit Hinweisen wie “Falls sie diese Inhalte lesen, nach-denken und was anderes draus machen, dann verletzen Sie unsere Rechte”. Aber das wäre ja geradezu ein SchildbürgerInnenstreich, wobei sich die Katze in den Schwanz beißen würde, denn schließlich kommen Inhalte immer von Inhalten und dann wäre ja jegliche Art von Publikation unterbunden auch die von Zeitungen und Zeitschriften und wir befänden uns in einem riesigen Hexensabbat um die Frage, wer denn nun die erste war, wer wem was gestohlen hat. Klassisches Henne-Ei-Problem. Mit erheblichen Auswirkungen auch auf die Wissenschaft. Oder wie lautete das Zitat von Eugen Roth: “Die Wissenschaft, sie ist und bleibt, was einer ab vom andern schreibt; und dennoch ist sie, ganz unbestritten, immer weiter fortgeschritten.” Das Zitat ließe sich in Zusammenhang mit der Medienbranche auch so formulieren: “Die Medien, sie sind und bleiben, was einer sagt und andere schreiben; und dennoch sind sie, ganz unbestritten, wirtschaftlich weiter fortgeschritten.”

Das Internet als kommerzielle Bedrohung für die Verlagsbranche zu sehen, übersieht die eigentlichen Zusammenhänge.

Fakt ist, dass Menschen noch immer Zeitungen und Zeitschriften kaufen, was Rekordzahlen bei den Abonnements weltweit belegen. Fakt ist, dass diese auch immer noch eine Menge Geld machen, auch wenn es vielleicht aufgrund von Marktveränderungen weniger ist als noch zu anderen Zeiten. Was natürlich Einschränkungen und Restrukturierungen bedeutet, und bedeutet, dass Publikationen mit zuviel Overhead eingestellt werden müssen, also sterben. Und Sterben macht Angst, weil es was mit Auslöschung zu tun hat. Doch anstatt von Bedrohung zu sprechen und an Auslöschung zu denken, ist es vielmehr notwendig, den Blickwinkel zu verändern. Sehen wir es doch lieber doch lieber einmal aus evolutionärer Perspektive. Natürlich ist das schwer, wenn frau jahrezehntelang durch Förderungen und Subventionen und Medienkonzentration über Wasser gehalten wurde, und frau schließlich aufwacht und feststellen muss, dass die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen nun durch ein alternatives Medium erfüllt wird, das, zu allem Überdruss, auch och nichts kostet.

Oder wie Robert Scoble, einer der prominentesten BloggerInnen der Welt es beschreibt:

“Journalism is under attack because the business models for journalism are disappearing.”

Wie in jeder Branche ist es die Unfähigkeit, sich anzupassen, was zur Auslöschung führen kann. In einem solchen Fall ändern sich die Marktkräfte, das Umfeld und die Technologien schneller als die Gewohnheiten oder Möglichkeiten der Branche selbst. Die eigentliche Bedrohung kommt nicht durch das Internet, sondern durch Marktsättigung, was nicht nur das Publikum sondern auch die WerberInnen mindert; hoher Overhead, lokale Suche; und Babys, die jetzt geboren werden. Die Frage ist daher, wie Anpassungsprozesse ausschauen können. Einige in der Branche setzen auf Personal- bzw. Kostenreduzierung. Einige ersetzen ihr Print-Medium durch einen ausschließlichen Online-Auftritt. Einige nutzen ihr Online-Einkommen für die Stützung des Print-Bereichs. Einige verringern die investigative Berichterstattung im Nachrichtenbereich. Einige verkaufen sich an Konglomerate, die besser in der Anpassung sind bzw. über eine bessere Ressourcenausstattung verfügen, um sich anzupassen. Einige kaufen einfach den Mitbewerb auf, um die Werbeeinnahmen zu vergrößern. Und die meisten plädieren für (noch mehr) staatliche Maßnahmen und Regulierungen, um ihre Existenz oder, wie sie es nennen, hochwertigen Journalismus langfristig sichern zu können.

Doch diese ganzen Umbrüche in der Medienbranche und das Getös, das um das langsame Sterben des Printbereichs gemacht wird, verstellen die Sicht auf eine wesentlich interessantere Entwicklung an der Schnittstelle zwischen on- und offline-Medien: nämlich die Bedeutung der BloggerInnen für tragfähigen Journalismus. Denn durch sie kann es Print auch in Zukunft weiterhin möglich sein, zu existieren. Denn: professionelle Blogs haben einen geringen Overhead bei dennoch hoher Reichweite und aktuellen Inhalten. Das schöne an Online-AutorInnen ist, das sie keinen eigenen Arbeitsplatz brauchen und dass sie kaum Reisekosten verursachen, weil sie immer vor Ort sind.

Mit den Worten des Herausgebers von WebProNews lautet das im Sinne von Jason Lee Miller, dem Autor von “How Bloggers Will Save Journalism”, dann so: Basic formula for failure: high expense + low return. To reverse course, reverse the terms, which is what employing a network of geographically targeted bloggers could ultimately do. No need to subsidize. No need to fear extinction. Market evolution (revolution) will cure all ills.

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Wirtschaft, Kreativität, Geld - INHALT

nach Popularität
(20.06.2007) Wettbewerbsfähigkeit Österreichs bedroht?
(18.03.2008) Inflation und Zins: Ist das alles?
(06.02.2007) Rentierstaaten
(28.06.2007) Offshoring nimmt in Österreich zu
(28.06.2007) Klienteldenken bremst notwendige Reformen
(15.02.2008) Inflation - eine gefährliche Furie
(16.02.2008) Kapitäne, Datenmeer und Internet und wie BloggerInnen die Print-Medien retten können
(05.11.2007) Über die Leistung
(28.01.2008) Freiwilligenarbeit oder der kostenlose Dienst für ein soziales Österreich
(16.05.2007) JA + NEIN = JEIN?
(17.12.2007) Comeback der langen Wellen der Konjunktur
(07.09.2007) Paradoxie der Kreativität: Wer oder Was ist kreativ?
(28.02.2008) Es ist in Österreich irrational, ökonomische Risiken einzugehen
(19.12.2007) 5 Schritte zum effizienten email-Management
(10.03.2007) ... und dann sahen wir ihn untergehen
(24.05.2007) Regulierung ist eine Zahnspange
(19.12.2007) Hochqualifizierte Arbeitskräfte erwünscht!
(16.05.2007) Statistik Österreich: Inflation April 2007
(28.12.2007) Über die Leistung IV
(18.04.2007) Ethik
(12.11.2007) Über die Leistung II
(10.05.2007) Statistik Österreich: Preisindex des Großhandels
(27.11.2006) Steuerehrlichkeit ...
(24.09.2007) Stillstand einer Bürokratie-Union
(29.10.2007) Flat und Geil?
(11.10.2007) Hau den King oder die moralische Intervention am Finanzmarkt
(12.03.2007) Metall und Zeit
(11.01.2008) Starbucks - Über Kannibalisierungsstrategie gestolpert?
(10.10.2007) Du EU, du irrelevant
(08.03.2007) Das Flügerl
(10.09.2007) Abenteuer Finanzkrise
(28.09.2007) Auch Berater müssen lernen
(01.11.2006) Pflicht-Mitgliedschaft ist überholt
(13.11.2007) Über die Leistung III
(06.04.2007) Tag X - Der Kommentar
(12.12.2006) Rock`n`Roll Europe?!
(18.01.2008) Cultural Diversity - kommen unsere Ideen in Zukunft durch MigrantInnen
(05.04.2007) Wunder der Wirtschaft 5 - Universum Österreich
(04.12.2006) Hannes A. - Superstar
(05.04.2007) Wunder der Wirtschaft 4 - Universum Österreich
(12.12.2006) Wunder der Wirtschaft 1
(02.02.2007) Zuviel
(24.05.2007) Weg mit dem Speck
(22.11.2006) Farewell Milton (Friedman) und warum Herr B. heute zum ersten Mal nichts tun wol
(02.02.2007) Wunder der Wirtschaft 3 - Universum Österreich
(08.03.2008) Ein hoher Euro gefährdet die Exportwirtschaft oder zwei Jean-Claudes in Sorge
(23.11.2006) Hr. Minister KHG fragt: "Wo befindet sich Hr. Elsner?"
(16.12.2006) Wunder der Wirtschaft 2 - Universum Österreich
(17.03.2008) Aus dem Leben eines High Potential
(23.01.2007) An das Gusenkanzleramt
(02.02.2007) Die Politik
(18.12.2006) Warten auf Muhammed Yunus...
(03.02.2007) Mann mit Tasche
(19.06.2008) Wie Inflation und Zins die Welt retten werden
(18.06.2008) Mervyn King strafft die Zügel oder eine Forderung nach der Goldenen Regel zur Lösung von Principal- Agent- Problemen
nach historischer Entwicklung
(19.06.2008) Wie Inflation und Zins die Welt retten werden
(18.06.2008) Mervyn King strafft die Zügel oder eine Forderung nach der Goldenen Regel zur Lösung von Principal- Agent- Problemen
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(10.10.2007) Du EU, du irrelevant
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