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eZine von Redaktion Wirtschaft
Wirtschaft, Kreativität, Geld - Rentierstaaten
oder Wachstumsregionen ohne AnlegerInnenrisiko.
Rentiere oder Tiger?
Sie haben zuviel Geld auf dem Konto und Ihr/e Bankberater/in rät Ihnen zu Aktien aus Schwellenländern? Sie/er schwärmt Ihnen von den hohen wirtschaftlichen Wachstumsraten dieser Länder vor, in denen Sie Ihr Geld anlegen sollen? Sie/er verspricht Ihnen durch eine solche Investition gute bis sehr guten Ertragsaussichten?
Können Sie eine dieser Fragen mit ja beantworten, dann hören Sie am besten nicht auf Ihre/n Berater/in, denn sie/er verschweigt Ihnen wahrscheinlich folgende Anlagealternative: Europas nordische Länder! Genau dort wo sich die meisten Rentiere herumtreiben hat sich in den letzten Jahren ein dynamischer Markt entwickelt, der für AnlegerInnen aller Art interessant ist.
Pascal Thorens, Business Director bei der Nordea Investment Funds, schreibt in der NZZ vom 30. JAnuar 2007: “Im Jahr 2005 stiegen die Indizes an den schwedischen, norwegischen, finnischen und dänischen Börsen um mehr asl 30%. Auch 2006 waren die Kursanstiege wiederum zweistellig -mit einem Plus von 34% vor Schweden mit 24%.”
Und die Chancen, dass sich dieser positive Trend fortsetzt, sind groß, da Schweden und Finnland ihr BIP um mehr als 4% steigern konnten.
Warum Rentiere besser sind als Tiger
Ihr/e Bankberater/in sagt: Fantastische Wachstumsmärkte, diese Schwellenländer! Die Wirklichkeit ist: repressive Staatsstrukturen, sehr tiefes Lohnniveau, starker Gegensatz zwischen Arm und Reich, anfällig für politische Unruhen, Alphabetisierungsrate/Säuglingssterblichkeit/Lebenserwartungmenschenunwürdig, Umweltschutz nicht vorhanden, ökonomische Monokulturen und damit starke Abhängigkeit von Absatzmärkten. Sie wollen: Spekulieren ohne die Welt zu zerstören!
Den Rentierstaaten ist daher der Vorzug gegenüber den Tigerstaaten zu geben. Denn Rentierstaaten wie Finnland haben bewiesen, dass trotz geringer natürlicher Ressourcen (mit Ausnahme von Holz sowie dem norwegischen Öl) Spitzenplätze bei der nationalen Wettbewerbsfähigkeit besetzt werden können.
Als Schlüssel zum Erfolg sind heute klar die nordische Bildung, Forschung und Entwicklung zu identifizieren. Die Finnen investierten im Jahr 2004 lt. OECD 3,5% des BIP in Forschung und Entwicklung. Kein Wunder, gelten die Finnen als technologiebesessen, obwohl Anfang der neunziger der Gigant Nokia noch Gummistiefel produzierte und die finnische Holzwirtschaft als wichtigste finnische Wirtschaftsbranche galt.
Finnland wird allerdings in puncto Bildung und F&E noch von den Schweden übertroffen. Die öffentlichen und privaten Bildungsausgaben in Schweden betragen 7% des BIP im Gegensatz zu den finnischen 6%. In Norwegen haben sogar 38% einen Universitätsabschluss. Damit liegt Norwegen sogar vor den USA (32%).
Beim Stellenwert des Humankapitals rangiert wiederum Schweden vor Dänemark. € 175 000 investiert Schweden in jeden/ in jede Arbeitnehmer/in. Ganz abgesehen von der Weiterbildung der 44- bis 64jährigen, die 358 Stunden im Jahr mit arbeitsrelevanter Bildung verbringen – doppelt soviel wie die Deutschen.
Aber nicht nur die Investitionen in Humankpital auch die Erträge daraus sind höher. 61% der schwedischen, 63% der Dänen und 59& der Finnen sind werktätig. Flexible Arbeitsmärkte, die konsequente Einbindung der Frauen in den Arbeitsprozess, eine systematische Kinderbetreuung und die Einbeziehung älterer ArbeitnehmerInnen und ein ausgeglichener Staatshaushalt gelten in anderen Staaten noch als soziale Utopie – in den Rentierstaaten sind sie bereits gesellschaftliche Realität.
Obwohl bis zu 50% des Einkommens durch Einkommens- und Verbrauchssteuern an den Fiskus abgeführt werden müssen, fällt die Besteuerung für Unternehmensgewinne im internationalen Vergleich eher niedrig aus.
Strategisch haben sich alle Rentierstaaten ein spezifisches Branchenprofil angeeignet, um Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen zu können. Norwegen profitiert vom Energiesektor. Schweden zeichnet sich durch eine hohe Industriekompetenz aus. Dänemark konzentriert sich auf gesundheit und Transport. Und Finnland behauptet sich als Technologienation.
Welches Rentier rentiert?
Um Rentier (in diesem Fall ist nicht die in Tundren lebende Hirschart gemeint sondern eine Person, die von regelmäßigen Zahlungen aus angelegtem Kapital lebt) von Welt zu sein, müssen Sie nun kein Rentier kaufen. Es genügt ein Anlagenfonds, der die gesamte Region abdeckt.
am 06.02.2007 14:08




