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Wissenschaft: Was ein Schuster mit Wittgenstein und Einstein zu tun hat
Bildquelle: startblatt - shallow-brained? academia.
Bevor Wittgenstein antworten konnte, mischte sich Snow ein, um diesen gelehrten Diskurs abzubrechen. “Nun erzählen Sie mir, Wittgenstein, wie Sie das Leben außerhalb des akademischen Rahmens von Cambridge so finden?”
Das war nun eindeutig ein Thema, für das Wittgenstein beachtliche Energie aufbrachte; rasch drehte er sich zu Snow um, und zumindest für einen Moment schienen seine Augen jenes bekannte intensive Funkeln wiedergewonnen zu haben, als er lebhaft antwortete: “Unendlich viel vorteilhafter. Das Akademikerleben ist abscheulich. Das Getratsche meines College-Zimmermädchens übertraf bei weitem die unseriöse Schlagfertigkeit bei den Mahlzeiten am Professorentisch. Einstein hatte ganz recht, als er sagte, wenn man wirkliche intellektuelle Arbeit leisten wolle, wäre man besser beraten, sich tagsüber seinen Lebensunterhalt als Schuster zu verdienen und das wirkliche Denken nachts zu tun.”
[Exzerpt: Casti, John L.(2000): Das Cambridge Quintett. An einem regnerischen Abend unterhalten sich Snow, Wittgenstein, Turing, Haldane und Schrödinger bei einem guten Dinner über künstliche Intelligenz. Eine wissenschaftliche Spekulation. Diana Taschenbuch Nr. 62/0082. Berlin. S. 42f.]
am 15.04.2008 20:31



