Zettel - Kreativität braucht Stabilität
Bildquelle: Karl Baumann - Kreativität im öffentlichen Raum
These & Ausruf:
Je eher Menschen sich drauf einlassen, kreative, sinnliche und dynamische schöpferische Arbeiten durchzuführen, umso eher benötigen genau diese Menschen eine stabile finanzielle Basis!
Mit dieser Erkenntnis sind 3 Jahrzehnte Systemtheorie in der Betriebswirtschaftslehre auf den Kopf gestellt. Die Systemtheorie hat leider einige ganz grundsätzliche ökonomische Überlegungen übersehen und kommt deshalb zu für die Praxis äußerst gefährlichen Schlüssen – wie Selbststeuerung oder ein Verständnis von Flexibilität, das sich auf körperlich-, räumliche oder mechanische Kontext nur anwenden lässt, jedoch keineswegs einem geistigen Kreationsprozess gerecht werden kann.
All jene Organisationsmodelle, die insofern von einem offenen Innovationsprozess und entsprechenden Strukturen sprechen, sagen viel zu undeutlich, dass dabei eine menschenwürdige Existenz und die damit verbundenen Investitionen (sprich Geld, das regelmäßig in einer Höhe überwiesen wird, als Essen, Kleidung und ein Lebensraum damit bezahlt werden kann) notwendig sind.
- Adorno zu lesen macht eben nur dann Sinn, wenn es nicht besser ist, Adorno zu verbrennen, um damit die Wohnung zu heizen. (Eigenzitat)
Dabei wird einem jeder halbwegs gestandene Geschäftsmann sagen, dass je höher das Risiko, je besser die Absicherung.
Nun gibt es kaum einen riskantere Arbeit, als die einer KünstlerIn oder ForscherIn, als Scheitern aus der Natur der Sache wesentlich wahrscheinlicher ist, denn ein paar Jahrhunderte Menschenentwicklung auf den Haufen zu werfen und berühmt zu werden.
Schade, dass das Selbstverständnis des “guten alten Investitionsdenkens” verschütt gegangen ist1.
1 Die ökonomisch nicht tragfähigen Reden der Luhmann-AnhängerInnen haben ihren Teil dazu beigetragen.
am 09.02.2007 18:21





