Zettel: Kultur, Kommerzialisierung und New Public Management
Bildquelle: Karl Baumann - Plakatieren verboten
Als wesentlicher Drift wird unter den kulturschaffenden Organisationen der zunehmende Druck hin zur Kommerzialisierung gesehen. Dieser Druck entsteht (1) aus der Steigerung von Eigenerwerbsquoten im Budget, (2) eingefrorenen Globalbudgets, (3) dem weitestgehenden Rückzug des öffentlich-rechlichen Fernsehens aus seinem Kulturauftrag und (4) dem veränderten Kulturverständnis des Publikums.
Nachdem kulturschaffende Organisationen (zumeist aufgrund von BesucherInnen) einer Öffentlichkeit ausgesetzt sind, haben diese bereits wesentlich im Umgang mit der Öffentlichkeit dazugelernt. So findet sich z.B. im jedem Museen heute eine eigene Presseabteilung oder ist im Aufbau, die für eine professionelle „Positionierung“ der eigenen Tätigkeiten in der Öffentlichkeit sorgt und diese auch sehr eng mit der künstlerischen Leitung abstimmt, koordiniert und gemeinsam entwickelt.
Innerhalb der wissenschaftlichen Organisationen lassen sich derartige Prozesse, vor allem in der Verbindung hin zum wissenschaftlichen Personal , kaum/nicht finden. Die Kommerzialisierung und der damit verbundene Wettbewerb um BesucherInnen und Aufmerksamkeit führen – weitgehend einhellig – zu vollkommen absurden Allokationen, als keine sinnvolle Struktur erkennbar bleibt und die geforderte Output-Steuerung zunehmend in ein Dilemma führt. Der Bildungsauftrag von kulturschaffenden Organisationen ist wesentlich beeinträchtigt und das New Public Management (eigenständige Zielorientierung in öffentlichen Organisationen) führt zu einer – nicht gewollten – Verselbständigung der Organisationen.
Diese Problematik des New Public Management wird zunehmend offensichtlich.




