Zettel - Möglichkeit versus Wahrscheinlichkeit
Bildquelle: Karl Baumann - Plakat zur Oper Tosca
Es tut sich eine Kluft auf in der Art von Weltanschauung und Ästhetik, zwischen jenen, die in Möglichkeiten denken und jenen, die in Wahrscheinlichkeiten denken.
ad Möglichkeit: Es gibt wohl für fast alles und jedes eine Wahrscheinlichkeit, folglich gibt es fast immer auch eine Möglichkeit. Die Denke der Möglichkeit ist dabei ein sich öffnende und gleichzeit aktionsorientierte, als ein Zusammenhang zwischen dem eigenen Handeln und einer möglichen Konsequenz aus genau jener Handlung besteht. Jeder ist – zumindest zu einem gewissen Grad – seines eigenen Glückes Schmied.
ad Wahrscheinlichkeit: Es gibt viele, die uns immer wieder weiß machen wollen, dass sie darüber bescheid wissen, ob bestimmte Ereignisse eintreten oder nicht (vorallem schlechte Mathematiker, Empiriker oder Volkswirte). Dabei ist eine Wahrscheinlichkeit eine Denke, die systemgefangen, moralisiert und hilflos ist, als die Wahrscheinlichkeit genau determiniert, was mit welcher Wahrscheinlichkeit eintreten wird. Nachdem der Mittelwert dann als besonders wahrscheinlich erscheint, ist die Katastrophe programmiert. Einzig die Möglichkeit dafür, dass genau mein Einzelfall der statistische Ausreißer ist, wird vollkommen übersehen. Die statistische Wahrscheinlichkeit hat für den Einzelfall keine Relevanz, besonders dann nicht, wenn sich jemand darauf einstellen kann oder – noch besser – der Statistik keine Wert bemisst, weil die Vision und der Wille die Sinnhaftigkeit einzig bestimmen.
Möglich ist fast alles, wie wahrscheinlich es ist, liegt sehr wahrscheinlich zum Großteil an jedem einzelnen.
am 13.12.2006 20:50





