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994..Weimar: Was MieterInnen wollen
Angenommen, eine Vermieterin will 10.000€ in die Sanierung seiner Mietobjekte investieren. Aus finanziellen oder technischen Gründen können allerdings nicht alle Aspekte 100%ig berücksichtigt werden. Er steht nun vor der Frage: An welcher Stelle ist das Geld am besten angelegt, um die Mieter zufrieden zu stellen?
In einer repräsentativen, deutschlandweiten Studie wurde an der Professur Bauphysik der Bauhaus-Universität Weimar untersucht, worauf MieterInnen und EigentümerInnen in ihrem Wohnraum besonderen Wert legen. Erstmals wurde die Relevanz einzelner Wohnkriterien von unterschiedlichen Gruppen erhoben und gegenübergestellt.
Mit Hilfe der jetzt ausgewerteten Ergebnisse der Befragung zu NutzerInnenbedürfnissen im Wohnbau wird die Beantwortung dieser Frage ermöglicht. Davon profitieren VermieterInnen, ImmobilienhändlerInnen und InvestorInnen und nicht zuletzt auch die MieterInnen. Die Befragung wurde im Rahmen des Forschungsprojekts Methoden und Baustoffe zur nutzerorientierten Bausanierung“ (nuBau) an der Professur Bauphysik der Bauhaus-Universität Weimar erarbeitet und im November 2009 durchgeführt.
Forschungsziel der Studie war es, elf Kriterien des nutzerorientierten Bauens repräsentativ zu erheben sowie Zusammenhänge und Wichtigkeiten bei unterschiedlichen Gruppen (StudentInnen/ Erwerbstätige/ RentnerInnen etc.) statistisch zu überprüfen. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Energieagentur (DENA), der Weimarer Wohnstätte und OBI wurden 1400 TeilnehmerInnen zur Relevanz bestimmter Kriterien, zur Zufriedenheit mit den eigenen Wohnverhältnissen oder etwaigen Beeinträchtigungen sowie der generellen Akzeptanz von bestimmten Mängeln befragt.
Die Ergebnisse lassen zunächst auf eine allgemeine Rangliste der Kriterien schließen. An erster Stelle steht die Luftqualität, welche für 80% der Befragten sehr wichtig ist. Gleich darauf folgen die thermische Behaglichkeit (62%) und niedrige Energiekosten (56%). Es wird also sehr stark Wert auf physiologische Grundbedürfnisse sowie auf die Wirtschaftlichkeit gelegt. Während die Barrierefreiheit der Wohnung allgemein an letzter Stelle steht – für 46% ist sie das unwichtigste aller Kriterien – ist sie bei RentnerInnen in der Top-Five-Liste. Wie wichtig also die Kriterien für einzelne Nutzer sind, hängt, statistisch nachgewiesen, nicht nur von der Zielgruppe ab, sondern auch von der Zufriedenheit und der persönlichen Akzeptanz von Mängeln.
Insgesamt sind rund 64% der MieterInnen zufrieden bis sehr zufrieden mit ihrer aktuellen Wohnsituation, bei EigentümerInnen sind es sogar 86%. Oft weiß man allerdings erst, wie wichtig einige Kriterien sein können, wenn Störungen eingetreten sind. Aus diesem Grund wurde auch nach Störquellen der derzeitigen Wohnumgebung gefragt, wobei die Beeinträchtigung durch Lärm und zu hohe Energiekosten an oberster Stelle landeten. Außerdem wirkt sich bei Angestellten und Studierenden der verfügbare Stauraum sehr stark auf die Zufriedenheit aus. Bei den RentnerInnen sind dies vor allem Kälte und Energiekosten. Darüber hinaus gibt es auch Mängel, die für die Wohnenden nahezu inakzeptabel, unabhängig von deren Wichtigkeit sind. Dies sind vor allem Schimmel in der Wohnung, starker Raumeigengeruch und hohe Heizkosten.
Mit den Ergebnissen der Umfrage wird es den VermieterInnen künftig leichter fallen, seine begrenzten Mittel optimal einzusetzen. Denn sobald er weiß, worauf die Zielgruppe besonders Wert legt, kann er seine Investitionen priorisieren.
Publikationen zum Beitrag
Kriterien des nutzerorientierten Bauens – Befragungsergebnisse
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